Es geht uns nicht darum, alle theoretisch denkbaren Möglichkeiten aufzuzählen, die es gibt. Dafür gibt es schon genug (kommerzielle) Webseiten und Bücher. Wir wollen euch hier zeigen, was wir wirklich im realen Leben ausprobiert und (bei positivem Ergebnis) umgestellt haben. Um zu zeigen, was tatsächlich machbar ist und was nicht. Reine Theoretiker gibt es leider genug. Tut was! 🙂

Orchideen gegen destilliertes Wasser

Problem: Orchideen benötigen destilliertes Wasser, v.a. in Gegenden, in denen das Wasser aus dem Wasserhahn sehr kalkhaltig ist. Dies ist in meiner Großstadtwohnung leider der Fall, weshalb ich bisher immer destilliertes Wasser zum Leitungswasser hinzugefügt habe. Dieses gibt es jedoch nur in den umweltschädlichen Plastikbehältern zu kaufen.

Versuch 1: Leitungswasser benutzen. Habe es eine Zeit lang ausprobiert, die Orchideen ausschließlich mit Leitungswasser zu gießen und tatsächlich Probelme beim Wachstum festgestellt.

Versuch 2: Im Unverpackt-Laden bei uns nachgefragt, ob es schon Möglichkeiten gibt, destiliiertes Wasser sich aus anderen Behältern abzufüllen. Diese Möglichkeit war dem Besitzer des Ladens unbekannt

Versuch 3: Selbst destilliertes Wasser hergestellt. Anleitungen dazu gibt es auf YouTube. Ergebnis: Man erhält dadurch viel zu wenig Wasser. Ab einem bestimmten Punkt wird die Menge einfach nicht mehr, viel zu wenig, um damit Orchideen zu gießen oder Bügeleisen zu befüllen.

Als Gartenbesitzer kann ich natürlich auf Regenwasser zurückgreifen, allerdings nur bei den Orchideen und nicht z.B. bei Bügeleisen. Und natürlich hat nicht jeder einen Garten.

Also, wer hat einen heißen Tipp, wie man ohne Verpackungsmüll in ausreichenden Mengen an destilliertes Wasser kommt?

Waschlappen statt Feuchttücher

Einer der ersten Punkte, die ich umgestellt habe, weil super einfach umzusetzen: Auf Feuchttücher komplett verzichten. Waschlappen ersetzen wunderbar Feuchttücher und vom Klopapier braucht man auch weniger. Ich hatte sogar noch ein paar von den Babywaschlappen meiner Kinder aus der Wickelzeit übrig, die nun noch wunderbar weiterverwendet werden können. Nach der Benutzung einfach leicht ausspülen und beim nächsten 60 Grad Waschgang mitwaschen.

 

Stofftaschentücher und -servietten

Ich fahre viel Fahrrad und dabei läuft mir v.a. bei niedrigeren Temperaturen die Nase. Ich benutze dafür auch nur noch Taschentücher aus Stoff. Aber auch bei einer Erkältung kann ich mir nicht vorstellen, dass es so unhygienisch sein soll, solange man nicht ein und dasselbe Tuch tagelang mit sich rumträgt.

Glas- und Metallflaschen

Auch Glas besteht aus einem knappen Rohstoff: Sand. Außerdem ist es in der Herstellung energieintensiv. Aber da es sich unendlich oft wiederverwenden lässt und keine Stoffe an den Inhalt abgibt, benutze ich für unterwegs nur noch Flaschen aus Glas.

Ich habe leider noch keine Edelstahlflasche gefunden, aus der das Wasser nicht zumindest ein wenig nach Metall schmeckt, ansonsten wäre es für längere Strecken beim Wandern noch eine Alternative.

Was mich ein bisschen bei der Reinigung der Glasflaschen stört: Dass die Flaschen sowohl nach dem Spülen mit Hand als auch nach einem Durchgang in der Spülmaschine innen so schlecht trocknen. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass das hygienemäßig nicht so gut sein soll. Oder kann mir da jemand Entwarnung geben?

Ausprobiert

Milchreis zubereiten ohne langes Kochen.

Ich hatte gelesen, dass man folgendes machen soll: Einen Liter Milch aufkochen, 200 Gramm Milchreis einrühren und aufkochen lassen. Danach in ein dickes Handtuch wickeln und unter eine Decke schieben. Nach zwei bis drei Stunden sollte der Milchreis fertig sein. (Quelle: Tu was Kids, greenpeace magazin edition, 2019) Ich habe das Ganze so ausprobiert: Mit Hafermilch, einer Decke und einer mitteldicken Federdecke. Das Ergebnis: Der Reis war noch etwas zu fest, ich habe ihn dann nochmal fünf Minuten auf mittlerer Stufe auf dem Herd gekocht und dann war er fertig. Da fünf Minuten kochen immer noch besser sind als eine halbe Stunde, finde ich diesen Tipp empfehlenswert, werde es jetzt immer so machen.

Habe gelesen, dass es auch mit anderen Gerichten geht bzw. hat man in die Kohleöfen früher ja auch etwas in eine extra Klappe reinstellen können, da werde ich demnächst noch mehr ausprobieren.

Die Sache mit dem Kokosöl

Im Moment gibt es ja den Trend Kosmetik oder z.B. Vogelfutter selbst herzustellen unter der Verwendung von Kokosöl bzw. Kokosfett. Gut gemeint ist leider nicht immer gut gemacht, denn:

  1. Kokosöl reist um die halbe Welt
  2. Für Kokosöl wird Regenwald gerodet

Pseudoumweltseiten, die eigentlich Werbeplattformen sind, versuchen uns weiszumachen, dass es möglich ist, Kokosöl umweltgerecht herzustellen, wenn es fair gehandelt ist und nicht aus Monokulturen stammt. Aber: Wer kontrolliert das? Das funktioniert schon bei anderen Produkten nicht. Außerdem, wenn die Nachfrage steigt, ist dies eh nicht mehr zu realisieren. Und es bleiben immer noch die Umweltschäden aus dem Transport! Ich benutze daher kein Kokosöl. Bitte schaut hierzu auch auf die Website von Regenwald.org:

https://www.regenwald.org/themen/palmoel/kokosoel-keine-alternative-zu-palmoel#start

 
 

https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/zahnpflege-fluorid-gehoert-rein-in-die-zahnpasta

Umstieg auf Metalldosen?

Ich würde meine Plastikdosen gerne gegen Metalldosen austauschen. Ich habe mir zunächst diese hier gekauft, um sie auszutesten: Hält sie genauso lange wie eine (gute) Plastikdose? Rostet sie nach einigen Spüldurchgängen? Gibt sie Metallgeschmack ans Essen ab? Gehen die Verschlüsse schnell kaputt?

Plastikfreie Duschvorhänge

Ich habe heute für meine Mietwohnung nach einem neuen plastikfreien Duschvorhang gesucht. Ich hätte nicht gedacht, dass es sowas schon gibt und war daher sehr erfreut, etwas zu finden. Es handelt sich um Vorhänge aus Baumwolle, die umweltfreundlich beschichtet sind. Gar nicht erfreut war ich dann über den Preis:

190 Euro!

Das geht nicht! Wie sollen die Leute umweltfreundlichere Produkte kaufen, wenn diese im Vergleich zu den herkömmlichen Produkten mit großem Abstand teurer sind???

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Prima Idee. Kenne ich von früher.(1960) Nicht jeder hat Platz zum Trocknen?

    1. 1960 lag der Wert des ökologischen Fußabdrucks noch weit unter dem Wendepunkt, an dem wir mehr verbrauchen als nachwachsen kann. Der liegt ungefähr im Jahr 1985 (Quelle: WWF Living Planet Report 2008).

      Ich habe in unserem Bad ein kleines Metallkörbchen über der Badewanne an der Wand, wo ich die Lappen etwas ausgespült reinlege bis zur nächsten 60°-Wäsche.

  2. Hallo,
    destilliertes Wasser gibts in Menge, wenn du einen Luftentfeuchter benutzest. Für die Orchis müsste aber ein Ionenaustauscher schon reichen, oder dann Regenwasser sammeln (die ersten paar Minuten nicht sammeln, dann kommt all der Dreck vom Dach mit).
    Wegen schlecht trocknenden Trinkwasserflaschen habe ich noch nie Probleme gehabt, wenn sie nur für sauberes Wasser verwendet werden.

    1. Hallo emil17,
      vielen Dank für dein Kommentar 🙂
      Ich denke auch, wenn man ein eigenes Haus hat mit Ionenaustauscher o.ä. oder einen Garten, wo man Regenwasser auffangen kann, dürfte man
      keine Probleme mit kalkhaltigem Wasser haben. Ich suche jedoch noch ganz dringend nach Möglichkeiten, wenn man (wie ich bisher) in einer
      Mietswohnung lebt, wo das Wasser so aus dem Hahn kommt, wie es vom Wasserwerk geliefert wird, und nicht die Möglichkeit hat, eine Entkalkungsanlage,
      Ionenaustauscher o.ä. einzubauen.

      Zu den Trinkwasserflaschen: Spülst du sie mit Hand oder im Geschirrspüler?

      LG
      Steffi

  3. Hallo,
    die Trinkwasserflaschen werden einfach vor dem Wiederbefüllen mit dem Wasser ausgespült, das nachher hinein soll. Wasser, was durch einen Ionentauscher gelaufen ist, schmeckt übrigens greusslich.
    In meiner Wohngegend hat man den Bergen sei Dank kein Problem mit sauberem Trinkwasser. Wir füllen die Flaschen deswegen, weil unser lokales Wasser aus geologischen Gründen sehr gipshaltig ist. Das ist nicht gesundheitsschädlich, aber das Wasser vom Brunnen am Weg zur Alphütte ist sehr viel wohlschmeckender.
    Ich denke, auch in einer Mietswohnung kannst du eine Regentonne aufstellen, wenn du den Hausmeister freundlich fragst. Es gibt Systeme, die überlaufsicher sind, also keine Überschwemmung verursachen, und wenn das Ding einen Deckel hat gibt es auch keine Stechmückenzucht.

    1. Hi,
      du spülst die Flaschen nie mit Spülmittel? Das ist bei meiner Familie, die oft erkältet ist und sich ab und zu Magen-Darm einfängt
      (normalerweise, d.h. wenn kein Lockdown ist), glaube ich, nicht so ratsam, auch wenn jeder seine eigene Flasche besitzt.

      Auf die Idee, die Wohnungsbaugesellschaft wegen einer Regentonne zu fragen, bin ich noch nie drauf gekommen. Ich habe das auch noch
      in keiner Stadt gesehen. Ich meine jetzt bei den großen Mietshäusern, bei kleineren Mehrfamilienhäusern, die ja meist in privater Hand sind,
      könnte ich mir das schon eher vorstellen. Hier in Berlin hätte ich auch kein Vertrauen, dass irgendwelche Nachbarn nicht was mit dem Wasser machen…
      Gut, ist nur für die Pflanzen, ich muss es ja nicht trinken, aber trotzdem… Dann lieber jeder für sich auf dem Balkon vielleicht. Eine kleine Tonne,
      die nicht so schwer ist. Aber die erlauben es bestimmt nicht, die Regenrinne zwischendurch anzuzapfen… Aber wäre mal eine Idee für Neubauten, wenn die
      für die Balkone von vornherein sowas einplanen. Die Wohnungsbaugesellschaften möchten doch immer Preise gewinnen für nachhaltiges Bauen. Vielleicht frage
      ich mal nach.
      LG
      Steffi

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