Rezepte zur Haltbarmachung der Ernte aus dem eigenen Garten gibt es viele im Internet. Ich möche hier daher gerne die Rezepte vorstellen, die ich selbst ausprobiert habe und meiner Meinung nach gut im Einklang mit Selbstversorgung funktionieren und natürlich v.a. schmecken. Wichtig ist mir also, dass man nicht viele Zutaten zusätzlich kaufen muss, da dies dann ja der Selbstversorung entgegensteht.

Rezepte für Marmeladen werde ich daher hier nicht vorstellen. Ich habe es mit unseren Kirschen und den Zwetschgen ausprobiert und war schockiert, wieviel Zucker man benötigt. Ich habe es auch mit weniger Zucker probiert und stelle dies auch für den Eigengebrauch weiterhin her, geschmacklich super, jedoch sind diese Marmeladen dann sehr flüssig. Ich selbst komme damit gut klar, aber ich kann mir vorstellen, dass viele Leute das nicht so haben möchten.

Eines der ersten Rezepte, die ich ausprobiert habe und das ich unbedingt empfehlen möchte, ist Holunderbeersaft. Mein Immunsystem ist genetisch bedingt nicht das beste und Holunderbeersaft soll ein tolles Hausmittel dafür sein, das Immunsystem zu unterstützen. Ich trinke jeden Tag ein kleines Glas. Meistens gemischt mit einem anderen Saft, wie z.B. Apfelsaft, da der Geschmack von Holunderbeeren pur etwas streng ist.

Zubereitung:

Holunderbeeren mit einer Gabel von den Stielen lösen und in einem Sieb abspülen. (Reife Beeren erkennt man daran, dass sie fast schwarz erscheinen und die Stile dunkelila sind.) Beeren mit Wasser in einem Topf aufkochen und mindestens 20 Minuten köcheln lassen (bitte die 20 Minuten nicht unterschreiten, da der Saft ansonsten noch Giftstoffe enthält.) Danach den Saft durch ein Tuch passieren, den aufgefangenen Saft mit dem Zucker noch einmal erhitzen. In abgekochte Flaschen füllen (bei ca. 80° C), die Flaschen sofort verschließen.

Mit den Mengen solltet ihr selbst ausprobieren, wie der Saft euch am besten schmeckt. Ich habe als ungefähre Angabe mich zunächst hieran orientiert: Auf 4 kg Holunderbeer-Dolden, 200 g Zucker und 1 Liter Wasser. Es funktioniert aber auch mit weniger Zucker.

2020 hatte ich genug Saft für den ganzen Herbst. Leider müssen die meisten unserer Holundersträucher 2021 dem neuen Zaun weichen. (Die alten Holzlatten waren beim besten Willen nicht zu erhalten.) Nur ein einziger Strauch ist nicht mit dem alten Zaun verwoben 🙁

Birnenkompott

Hier benötigt man nicht so viel Zucker wie für Marmelade. Zum Gleichessen oder zur Haltbarmachung: Sofort in saubere Gläser füllen, verschließen und für 10 Minuten auf den Kopf stellen oder in Weckgläsern bei 90° C für 30 Minuten einwecken.

Zutaten: 1 kg geschälte Birnen, ca. 100 g Zucker (mehr oder weniger je nach Geschmack), 1 Nelke, 1 Stange Zimt oder 2 TL Zimtpulver, 1 Pck. Vanillezucker, ca. 350 ml Wasser, etwas Zitronensaft (wer mag)

Zubereitung:

Birnen schälen und kleinschneiden. Schalen und Kerngehäuse im Wasser mit der Nelke und der Zimtstange/dem Zimtpulver aufkochen, ca. 10 Minuten köcheln lassen. Danach durch ein Sieb in einen Topf füllen. Die Birnen, den Zucker und den Vanillezucker dazu, aufkochen, 5 Minuten köcheln lassen. Ggf. etwas Zitronensaft dazu und wer mag, etwas pürieren.

Rezepte mit Vogelmiere

Dieses Jahr wachsen im Garten dort, wo ich letztes Jahr zum Feld hin die Abfallhaufen entsorgt habe, Taubnessel, Vogelmiere und Kletten-Labkraut.

Für den Kräuterquark habe ich Quark gekauft, Öl, Salz und Milch hinzugefügt und die Vogelmiere, die Spitzen von den jungen Klettensprossen und die Blüten der Taubnessel reingeschnippelt. Damit der Gaumen sich langsam an die Wildkräuter gewöhnen kann, habe ich noch gekauften Schnittlauch hinzugefügt. Wenn man mehr an den Geschmack der Wildkräuter gewöhnt ist, kann man den Schnittlauch bestimmt auch weglassen.

Genauso habe ich es auch mit der Suppe gemacht, ich habe zur Gewöhnung gekaufte Spinatblätter zugemischt. Ansonsten: 1 geschnittene Zwiebel in 2 EL Öl andünsten. 1 EL Mehl einrühren und langsam mit 750 ml Gemüsebrühe und 150 ml Sahne aufgießen, bis es sämig wird. Eine Hand voll Vogelmiere und Spinat (ich nehme immer etwas mehr) kleingehackt zugeben und einige Minuten kochen lassen. Nach Belieben pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. (Quelle: Die Unkräuter in meinem Garten, von Wolf-Dieter Storl) Ich habe für die vegane Variante anstatt Sahne Hafersahne genommen, das geht auch.

Wildkräuter besitzen mehr Minaralstoffe als Kulturgemüse und kosten nichts außer ein gutes Auge 🙂

 

Update: Hatte so viel Couscous übrig, der passte super zur Vogelmiere-Spinat-Suppe. Was mich zu der Frage veranlasst, wenn ich irgendwann als Selbstversorger leben möchte: Was kann man im eigenen Garten anbauen, was dem Couscous ähnlich ist?

Pesto aus Vogelmiere

  • 2 Handvoll Vogelmiere
  • 1 Knoblauchzehe
  • 50 g Pinienkerne
  • 200 ml Olivenöl
  • 60 g Parmesan
  • Salz

Vom Geschmack her finde ich persönlich Pesto aus Basilikum-Blättern noch besser, aber auch das Vogelmiere-Pesto schmeckt und man kann es gut verwenden, wenn kein Basilikum zur Hand ist. Es wurde jedoch relativ schnell schlecht (nach ca. einer Woche), ich würde beim nächsten Mal nur eine kleine Menge anrühren.

Kürbis-Lasagne

Kürbis-Sugo

Meine Kürbisse sind reif!

Ich dachte mir, Kürbissuppe oder klassischen amerikanischen Kürbiskuchen kennt jeder und wollte daher mal ein anderes Rezept mit Kürbis ausprobieren.

Quelle: gutekueche.de

Zubereitungszeit: ca. 60 min

Auf den ersten Blick sieht es umfangreicher und schwieriger aus als es eigentlich ist.

 

Zutaten für 4 Portionen:

  • 500 g Kürbis (z.B. Hokkaido, Butternuss etc.)
  • 10 Lasagneblätter
  • 3 EL Parmesan
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Dose stückige Tomaten (400 g Füllgewicht)
  • 120 ml Weißwein, halbtrocken
  • 150 ml Wasser
  • 1 Prise Rosmarin, getrocknet
  • 0,5 TL Oregano, getrocknet
  • 1 Prise Pfeffer
  • 0,5 TL Salz
  • 0,5 TL Zucker
  • 60 g Butter
  • 60 g Mehl
  • 400 ml Milch bzw. Milchersatzprodukt
  • 1 Prise Muskatnuss
  • 1 TL Senf
  • 2 Eigelb
  • Butter für die Auflaufform
  • Öl für die Pfanne

 

Zubereitung:

Kürbisfleisch klein raspeln. (Hokkaido muss nicht geschält werden.)

Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in der Pfanne anbraten. Kürbisraspeln kurz mitrösten, dann mit Wein und Wasser ablöschen. Tomaten, Oregano, Rosmarin, Salz, Zucker und Pfeffer dazugeben und das Ganze 10 min köcheln lassen.

Backofen auf 180 Grad (Umluft) vorheizen.

Für die Bechamelsoße die Butter in einem Topf zerlassen, das Mehl dazu und kurz anschwitzen, Milch und Eigelb einrühren. Mit Muskat und Senf abschmecken.

Eine Auflaufform mit etwas Butter einfetten. Abwechselnd Lasagneblätter, Kürbissugo und einige Löffel Bechamelsoße in die Auflaufform geben (in dieser Reihenfolge), mit Sugo abschließen. Mit Parmesan bestreuen und für ca. 30 min. im Ofen backen.

 

Meine Erfahrungen:

Die angegebenen Mengen reichen für vier Personen locker aus, da man durch die Bechamelsoße relativ schnell satt wird. Ich zumindest habe meine Portion nicht geschafft. Die angegebene Zeit von einer Stunde stimmt auch, hierin sind die 30 min Backzeit schon enthalten.

Ich habe einen Hokkaido-Kürbis genommen und eine normal große Auflaufform, hierfür haben die 10 Lasagneblätter auch genau ausgereicht, man kann drei Schichten Lasagneblätter machen, worauf dann noch eine Schicht Kürbissugo kommt (also zwei Schichten mit Bechamelsoße und Sugo und dann nochmal Lasagneblätter und nur Sugo).

Ich war mir unsicher, ob 500 g Kürbisfleisch gemeint ist oder ein 500 g Kürbis insgesamt. Ich habe das reine Fruchtfleisch mit 500 g abgewogen, das hat auch genau gepasst.

Anstatt Milch habe ich für die Bechamelsoße Hafermilch genommen, das funktioniert auch. Beim Senf war ich mir unsicher, ob man das sehr herausschmeckt, da ich Senf nicht so gern mag, es war am Ende aber nicht deutlich herauszuschmecken.

Schon beim Kochen des Sugos hat es sehr lecker gerochen. Man muss es jedoch öfters umrühren, es brennt sonst leicht an. Geschmacklich hatte ich am Ende nichts an dem Gericht auszusetzen, außer dass ich beim Zubereiten der Bechamelsoße dort auch etwas Salz hineingeben würde.

Fertige Kürbis-Lasagne

Kürbiskerne trocknen und NICHT rösten will gelernt sein

Ich wollte heute auch die Kürbiskerne von meinem Hokkaido-Kürbis verwerten und die Kerne trocknen, um sie später für einen Salat verwenden zu können. Ich mag nämlich gerne die Salat-Mix-Tütchen, die man im Supermarkt kaufen kann, über meine Salatmischung streuen. Diese schnippele ich mir noch selbst zusammen, was nun noch fehlte, um eine komplett plastikverpackungsfreie Mahlzeit zuzubereiten, waren die Kerne. Als erstes musste ich dafür die Kerne schälen, da die Schale beim Hokkaido zu fest ist. Man kann sie mitessen, aber ich empfinde sie als zu hart. Ich habe also jeden Samen einzeln mit der Schere an der Spitze aufgeschnitten und dann die Kerne mit den Fingernägeln rechts und links von der Schale befreit. Leider eine sehr aufwändige Frimelarbeit. Es dauerte ziemlich lange, bis ich einen kleinen Haufen zusammen hatte (s. Bild). Ältere Leute können diese Arbeit sicherlich nicht mehr verrichten. Geschmacklich hatte sich für mich die Arbeit jedoch gelohnt, fand ich. Die Kerne schmeckten sehr lecker und haben mich sofort an das Kürbisbrot vom Bäcker meines Vertrauens erinnert.

per Hand geschälte Kürbiskerne

Als nächstes wollte ich die Kerne trocknen, um sie etwas haltbarer zu machen, bis ich den nächsten Salat essen würde. Wichtig: Trocknen – nicht rösten. Geröstet schmecken sie mir im Salat nicht. Zuerst wollte ich es auf die umweltfreundlichere Art versuchen, habe sie auf ein Backblech gelegt, den Backofen auf die niedrigste Stufe (bei mir 50 Grad) gestellt und einen Löffel zwischen die Backofentür und Ofen gesteckt, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Nach einer Weile habe ich den Backofen dann ausgstellt, da es mir heiß genug vorkam. Im Internet hatte ich irgendwo gelesen, dass sogar die Wärme der Beleuchtung (dann natürlich keine LED-Lampe) ausreichen würde, um die Kerne zu trocknen. Also dachte ich mir, na dann wird es ja so erst recht ausreichen. Aber irgendwie waren die Kerne nach einiger Zeit immer noch so weich wie vorher. Bevor ich jetzt den ganzen Tag den Ofen an – aus, an- aus mache, habe ich mir gedacht, dann wähle ich doch die schnellere Variante. Aus dem Internet hieß es, 20 min bei 200 Grad. Eigentlich hätte ich bei den Temperaturen stutzig werden müssen. Das Ergebnis sah nämlich so aus:

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geröstete Kürbiskerne

Nun waren die Kerne doch geröstet und schmeckten bitter. Ich bin mir sicher, dass ich bei dem Tipp aus dem Internet als Überschrift „Kerne TROCKNEN“ gelesen habe. Ich überlege nun, ob sich die Anschaffung eines Dörrautomaten lohnt.

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